• Maik Marten

Wie erhöhe ich die Konzentrationsfähigkeit?

Die Leistungsfähigkeit jedes Menschen schwankt erheblich über den Tag. Die typische physiologische Arbeitskurve hat einen Vormittagsgipfel und einen weiteren, etwas niedrigeren Höhepunkt im Laufe des frühen Abends.


Dazwischen gibt es ein erstes Formtief zum frühen Nachmittag hin, bis sie, nach einer zweiten Konzentrationsphase, schließlich abfällt und in der Nacht ihren Tiefpunkt erreicht. Obwohl wir um die physiologische Leistungskurve wissen, wurde sie bisher im Arbeitsalltag kaum berücksichtigt: Die den vorherrschenden Arbeitzeitmodellen unterliegende Annahme ist, dass eine hohe Produktivität vor allen Dingen durch eine möglichst lange Konzentrationsfähigkeit der Arbeiter erreicht wird. Unternehmen erwarten daher üblicherweise von ihren Mitarbeitern, dass sie über einen Arbeitstag von acht Stunden durchgängig konzentriert arbeiten. Lediglich das Mittagessen hat sich hier als belebende Pause etabliert.


Gleichzeitig ist das Multitasking immer relevanter geworden. Unternehmen als auch Mitarbeiter selbst wollen ihre Zeit effektiver nutzen und versuchen möglichst viele Tätigkeiten simultan zu erledigen. Ein typischer Arbeitsalltag hält daher auch eine ständig wachsende Anzahl von Aufgaben bereit, die gleichzeitig erledigt werden müssen. Damit steigen die Anforderungen an die Leistungsfähigkeit der Arbeiter.Neurowissenschaftler beschäftigen sich in den letzten Jahren intensiverer mit der menschlichen Konzentrationsfähigkeit. Ein gemeinsames Ergebnis ihrer Forschungsarbeiten ist, dass die Leistungsfähigkeit wesentlich mehr Auf- und Abschwünge vollzieht als bisher bekannt. Will man sie verbessern, müssen aktuelle Erkenntnisse der Neurowissenschaft stärker in der Unternehmenspraxis berücksichtigt werden.


DEN ARBEITSALLTAG ABWECHSLUNGSREICHER GESTALTEN


Die wichtigste und zentralste Erkenntnis ist, dass die Höhe der Leistungsfähigkeit von drei unterschiedlichen Konzentrationsmodi abhängt. Phasen der Konzentration wechseln sich mit Phasen der Regeneration und der Aktivierung ab. Jede Phase stellt ganz individuelle Anforderungen an die Art und den Ort der Tätigkeit.Heute setzen sich vermehrt Open Space-Bürokonzepte durch. Neben einer besseren Ausnutzung des vorhandenen Platzes erlauben sie die Verwirklichung moderner Arbeitskonzepte. Unternehmen sollten dabei allerdings die unterschiedlichen Konzentrationsmodi bei der Gestaltung ihrer neuen Arbeitswelten genau beachten. Dies ist nicht immer einfach, manchmal sogar eine große Herausforderung. So bedingen offene Raumkonzepte zunächst einmal eine geringere Privatsphäre und damit auch eine geringere Rückzugsmöglichkeit für den Einzelnen, um sich zu konzentrieren.


Dies muss aber nicht immer so sein: New Work Spaces gehen mit den Räumlichkeiten auf eine ganz neue Art um. Sie schaffen ein weites Spektrum von Arbeitsplätzen mit unterschiedlichen Konzentrationsmöglichkeiten: vom Bürotisch im Open Space, über halb abgeschirmte Bibliothekszonen bis hin zu versteckten Nischen, in denen man sich komplett, ohne irgendeine Form von Ablenkung, zurückziehen kann. Im Ideal sucht dann jeder einzelne Mitarbeiter die passende Arbeitsumgebung im Einklang mit seinem persönlichen Bedarf an Konzentration auf.


Quellen:

https://www.uni-due.de

http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/physiologische-arbeitskurve.html

http://lindastone.net/qa/continuous-partial-attention/


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